Gute Nachbarschaft in Berlin
In einer Großstadt wie Berlin kann man sich oft einsam fühlen, obwohl man von Millionen Menschen umgeben ist. Lukas wollte das ändern und nahm sich vor, seine Nachbarn im Mietshaus besser kennenzulernen. Zuerst war er schüchtern, da er dachte, dass die Leute in der Metropole lieber anonym bleiben wollen. Doch nach einem kurzen Gespräch im Treppenhaus mit Frau Müller, einer älteren Dame aus dem zweiten Stock, merkte er, dass viele Menschen sich über ein freundliches Wort freuen.
Frau Müller erzählte ihm von der Tradition des 'Hausflohmarkts', der einmal im Jahr im Hinterhof stattfindet. Lukas entschied sich spontan, teilzunehmen und einige seiner alten Bücher und Kleidungsstücke anzubieten. Während des Flohmarkts kam er mit vielen Bewohnern ins Gespräch. Er lernte ein junges Paar aus Spanien kennen, das erst vor kurzem eingezogen war, und einen Studenten, der ihm anbot, bei technischen Problemen mit seinem Computer zu helfen. Lukas stellte fest, dass eine gute Nachbarschaft das Sicherheitsgefühl und die Lebensqualität enorm steigert.
Seit diesem Tag unterstützt Lukas Frau Müller gelegentlich beim Tragen ihrer schweren Einkaufstüten. Im Gegenzug bringt sie ihm manchmal selbstgebackenen Kuchen vorbei oder gießt seine Pflanzen, wenn er übers Wochenende verreist. Diese kleinen Gesten der Hilfsbereitschaft machen den Alltag viel angenehmer. Lukas hat sogar eine WhatsApp-Gruppe für das Haus gegründet, in der man sich gegenseitig informieren kann, wenn zum Beispiel ein Paket bei einem Nachbarn abgegeben wurde oder jemand eine Bohrmaschine ausleihen möchte.
Lukas ist der Meinung, dass man nicht befreundet sein muss, um respektvoll und hilfsbereit miteinander umzugehen. Er genießt das Gefühl, kein Fremder mehr in seinem eigenen Haus zu sein. Er plant nun, im nächsten Sommer ein kleines Grillfest für alle Nachbarn zu organisieren, um den Zusammenhalt weiter zu stärken. Für ihn ist klar: Auch in einer anonymen Großstadt fängt Heimat vor der eigenen Wohnungstür an.